Start-Training Lektion 4: Gottes Reden wahrnehmen

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Gott möchte zu jedem Menschen reden. Ob wir ihn hören, hängt häufig mehr an uns: Bitte ich Gott, zu mir zu reden? Höre ich auf ihn und bin ich bereit zu tun, was er sagt? Stelle ich Gott die richtigen Fragen?

Das sind die entscheidenden Voraussetzungen, um Gottes Reden zu hören und immer vertrauter zu werden mit den verschiedenen Wegen, wie er redet.
Wir nutzen das Wort „hören“ hier, aber dabei müssen wir folgendes wissen: Gott ist Geist und er nutzt alle unsere Sinne, um mit uns zu kommunizieren. Es geht also darum, Gott „wahrzunehmen“.

Jeder kann etwas von Gott hören. Aber um regelmäßig von ihm zu hören und mit Gott in einer Beziehung zu leben ist es notwendig, dass wir mit dem Heiligen Geist erfüllt sind. Dann lebt er in uns und prägt immer mehr unser Denken und Fühlen, sodass wir klarer wahrnehmen können, was Gott uns sagen möchte.
Wenn wir das Gefühl haben, nichts von Gott zu empfangen, dann kann es sein, dass ein Hindernis die Kommunikation zwischen Gott und uns behindert. Das kann zum Beispiel Sünde sein, von der wir umkehren müssen, oder etwas, was mich ablenkt. Um klar von Gott hören zu können, müssen wir alles ausräumen, was zwischen ihm und uns steht.

Das Ziel ist, dass wir Gott wirklich kennen und wie mit einem guten Freund in ständigem Kontakt mit ihm leben.

Was lenkt mich ab davon, Gott wahrzunehmen? Gibt es Bereiche in meinem Leben, wo ich gar nicht auf Gott hören möchte? Warum?

Bin ich mit dem Heiligen Geist getauft und überzeugt, dass er in mir lebt?

Wenn du das Gefühl hast, dass Gott nicht zu dir redet, dann kannst du fragen: „Gott, gibt es eine Mauer zwischen mir und dir?“ Wenn die Antwort ja ist, dann bete gemeinsam mit einem erfahrenen Trainer um herauszufinden, woher diese Mauer kommt und wie du sie loswirst.

Wege, wie Gott zu uns redet

Die Bibel
Sie ist wie Gottes Brief an uns und enthält alle wichtigen Dinge, die Gott uns wissen lassen möchte (2.Timotheus 3,16). Alles, was Gott sagt, stimmt mit der Bibel überein.
Träume
Gott kann zu uns reden, während wir schlafen. Wir können lernen, Träume auszulegen, um zu verstehen, was sie bedeuten. (Hiob 33,14-17; 1.Mose 40,1-41,40; Matthäus 1,20)
Andere Menschen
Es ist normal, dass Gott durch deine Leiter oder Trainer zu dir redet. Aber auch als Geschwister in Gottes Familie kann Gott uns füreinander Eindrücke geben. Es kann sein, dass jemand zu dir kommt und seine Worte an dich von Gott sind.
Innere Gedanken und Eindrücke
Wenn der Heilige Geist in uns wohnt, prägt er unser Denken und kann uns jederzeit Impulse geben. Das können Gedanken sein, die uns kommen und uns an Dinge erinnern, die Gott möchte. Oder wir sehen so etwas wie ein Bild vor unserem inneren Auge, mit dem Gott uns etwas zeigen möchte. (Apostelgeschichte 10,10-11)
Ereignisse
Gott hat uns Augen, Ohren und Verstand gegeben, damit wir sie einsetzen. Manchmal sehen wir jemanden, dem wir helfen sollten. Genau das kann Gottes Reden sein, dass er Menschen zusammenführt. In solchen Situationen können wir zunächst beobachten und dann Gott fragen, was unser Auftrag dabei ist. (Matthäus 11,2-6; 27,54)

Durch welche dieser Kanäle redet Gott häufig zu mir? Wie kann ich darin weiter lernen?

In welchem weiteren Bereich möchte ich lernen, Gottes Reden wahrzunehmen?

Drei verschiedene Stimmen

In unserem Leben hören wir ständig verschiedene Meinungen und müssen lernen, zu unterscheiden, aus welchen Quellen sie kommen: Von Gott? Von Menschen (mir selbst oder anderen)? Oder vom Teufel? Das sind Kennzeichen der verschiedenen Stimmen:

Stimme GottesStimme von MenschenStimme des Teufels
  • macht Mut, voller Liebe
  • passt zur Bibel
  • gut, aufbauend, vollkommen (Römer 12,2)
  • kann unbequem sein: deckt Sünde auf, fordert heraus, …
  • Ziel: aufbauen
  • verfolgt eigene Interessen (bewusst oder unbewusst)
  • geprägt von der eigenen Erfahrung: „war bei mir so, muss bei anderen auch so sein“
  • Angst machend, entmutigend
  • gegen Gottes Willen / Bibel
  • „kümmer dich um dich selbst“
  • „merkt doch keiner“
  • erzeugt Spaltung, Zwietracht
  • Ziel: beschämen, beschuldigen, zerstören

Übung: Nimm eine Situation, in der du vor einer Entscheidung stehst. Trenne nun die Gedanken und Stimmen dazu je nach Quelle in die drei Kategorien Gott, Mensch, Teufel.

Prüfen: Was kommt von Gott? (1. Thessalonicher 5,19-21)

  • Was sagt die Bibel dazu? Sie ist die wichtigste Instanz, um etwas zu prüfen. Wenn etwas Gottes Prinzipien in der Bibel widerspricht, dann ist es nicht von Gott.
  • Ist es gut? Entspricht es dem Charakter Gottes?
  • Was sagen andere erfahrene Schwestern und Brüder dazu? Wenn du dir nicht sicher bist, dann frage deine Leiter oder Trainer um Rat.
  • Habe ich Frieden darüber? Gottes übernatürlicher Friede kann sich zeigen, indem wir eine innere Gewissheit über eine Sache verspüren. Umgekehrt kann ständige Unruhe ein Zeichen sein, dass ich Gott weiter fragen muss, um Klarheit zu bekommen. Wir sollten jedoch keine absolute Sicherheit erwarten. Gott möchte uns nicht alles genau vorschreiben, sondern gibt uns Entscheidungsfreiheit. Er möchte, dass wir Schritte im Vertrauen auf ihn gehen und Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen.

Wichtig: Es gibt Fragen, bei denen es nicht schwer ist, Gottes Antwort zu hören (Beispiele: „Gott, wem soll ich vergeben?“ „Wo siehst du in meinem Leben Sünde und soll ich umkehren?“)
Bei anderen Fragen ist es schwieriger, Gottes Stimme zu herauszuhören („Gott, wen soll ich heiraten?“) oder Gott will sie vermutlich noch gar nicht beantworten („Wie sehen meine nächsten 20 Jahre aus?“)
Manchmal stellen wir Warum-Fragen und hängen dann fest. Viele Warum-Fragen sind nicht hilfreich für unser Leben und unser geistliches Wachstum. Es kann auch sein, dass Gott uns die Antwort nicht gibt, weil wir damit überhaupt nicht umgehen könnten.

Welche Fragen stelle ich Gott? Sind das gute Fragen?

Zwei Extreme im Umgang mit Gottes Reden

 Zu geringes Selbstbewusstsein dabei, Gottes Stimme zu hörenZu hohes Selbstbewusstsein dabei, Gottes Stimme zu hören / Stolz
Überzeugung:Gott redet nicht zu mirAlles, was ich höre, ist Gottes Stimme
Typisch:„Meine Gedanken sind nicht Gottes Gedanken“„Gott spricht... !“
„Das muss ich nicht prüfen.“
Die Wahrheit:Der Heilige Geist ist in dir, deshalb sind viele deiner Gedanken Gottes Gedanken!Wir sind weiterhin Menschen und machen Fehler. Deshalb kann es sein, dass du Gott missverstehst!
Vorschlag:Geh davon aus, dass viele deiner Gedanken Gottes Gedanken sind.Beginne jeweils mit „Ich denke, Gott sagt ...“

Zu welcher Seite dieser beiden Extreme tendiere ich mehr? Woher kommt diese Prägung? Wie kann ich davon frei werden und gesünder mit Gottes Reden umgehen?