Start-Training Lektion 2: Gebet

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1. Warum sollen wir beten?

Wenn ein Baby auf die Welt gekommen ist, muss es atmen. Beten bedeutet „Reden mit Gott“ und ist wie das Atmen für unser geistliches Leben. Gott ist an dir persönlich interessiert und möchte eine Beziehung mit dir. Und wie in jeder Beziehung gilt auch mit Gott: Je mehr und ehrlicher wir miteinander reden, desto tiefer und intensiver wird die Beziehung.

Matthäus 6,5-13
Was lernst du in diesem Bibelabschnitt über Gebet?

 

2. Sechs Inhalte des Gebets

Lobpreis
Preise Gott dafür, wer er ist. (Psalm 34,2)
Danken
Danke Gott für seine Gnade. (1.Thessalonicher 5,18)
Klage
Drücke deinen Schmerz und deinen Kummer vor Gott aus. (Psalm 13,1-3)
Sündenbekenntnis
Bitte Gott, dir deine Sünden zu vergeben. (1.Johannes 1,9)
Bitte
Bitte Gott, deine eigenen Bedürfnisse zu stillen. (Philipper 4,6-7)
Fürbitte
Bitte Gott, anderen zu helfen. (1.Timotheus 2,1)

3. Gottes Wille und unser Gebet

Für das Verhältnis zwischen Gottes Willen und unserem Gebet gibt es drei Möglichkeiten:

1. Gott hat die Entscheidung schon getroffen
Beispiel: „Gott, ich möchte zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort zur Welt gekommen sein.“

→ Egal wie viel du betest, es wird sich nichts ändern.

2. Das, worum wir beten, ist aus Gottes Perspektive nicht so gut für uns. Aber weil wir es unbedingt haben wollen und nicht hören, was er uns stattdessen sagen möchte, gibt er es uns schließlich, damit wir hoffentlich aus den Konsequenzen lernen.

Beispiel: Ein kleines Kind kommt zu seinen Eltern und möchte unbedingt selbst den Wasserbecher zum Tisch tragen. Die Eltern wissen, dass der Tisch noch zu hoch ist und schlagen vor, gemeinsam zu gehen. Doch das Kind ist störrisch und wiederholt nur: „Nein! Alleine machen!“ Schließlich geben die Eltern nach. Doch es kommt wie befürchtet: Der Wasserbecher fällt herunter.
Die Eltern trösten das Kind, ziehen ihm trockene Kleider an und wischen das Wasser auf. Sie schlagen nochmal vor, den Becher gemeinsam zu tragen. Diesmal ist das Kind einverstanden und alle sind zufrieden.

→ Ist das, worum du betest, wirklich gut? Betest du aus den richtigen Motiven?
→ Du musst die Verantwortung für das Ergebnis übernehmen.

3. Wir beten in Übereinstimmung mit Gottes Willen

→ Gott wird dich erhören! Lerne Gott besser kennen und bete nach seinem Willen (1. Johannes 5,14)

4. Die Ampel: Ein Bild für Gottes Antwort auf unser Gebet

„Ja.“GrünGott erfüllt dir deine Bitte.
„Nein.“RotGott erfüllt dir deine Bitte nicht, Gott ist anderer Meinung.
„Warte.“GelbGott antwortet (noch) nicht und du musst warten.

5. Auf Gott hören

Genauso, wie wir Gott Dinge sagen, möchte er auch mit uns reden. Je mehr wir mit ihm Zeit verbringen, desto vertrauter werden wir mit seiner Stimme. Vier wichtige Grundlagen dafür:

Ruhig werden vor Gott
Suche dir einen Ort, wo du nicht abgelenkt wirst und zur Ruhe kommen kannst. Gib alles, was dir noch durch den Kopf schwirrt, bei Gott ab oder mach dir Notizen, damit du dich auf Gott konzentrieren kannst.
Hinschauen
Gott spricht nur in Ausnahmefällen mit einer hörbaren Stimme und deshalb brauchst du dich nicht hauptsächlich auf deine Ohren zu konzentrieren. Stattdessen nutzt er gerne unser Vorstellungsvermögen und zeigst uns Dinge vor unserem „inneren Auge“.
Spontane Gedanken
Wenn wir den Heiligen Geist empfangen haben, dann prägt er auch unsere Gedanken. Je mehr wir ihm Raum geben, desto stärker wird er unser Denken durchdringen. Gott redet weniger durch unüberhörbare Befehle, sondern häufig sanft durch Gedanken, die dir in den Kopf kommen.
Aufschreiben
Hilfreich ist es, eine Unterhaltung mit Gott aufzuschreiben: Sowohl deine Fragen an ihn als auch die Gedanken, die dir als Antworten von ihm dazu in den Kopf kommen. Grüble erstmal nicht, ob jeder Gedanke wirklich von Gott kommt, sondern schreibe erst einmal alles ungefiltert auf. Später kannst du nochmal genauer prüfen, wenn du dir bei einzelnen Punkten unsicher bist.

(vergleiche auch Habbakuk 2,1-2)

6. Weitere Hinweise

  • Wir können mit Gott normal reden, wie mit einer anderen Person auch. Er hört, was wir leise in unserem Herzen beten. Besonders wenn wir mit anderen gemeinsam beten ist es aber gut, laut zu beten, damit ein gemeinsames Gespräch mit Gott entstehen kann.
  • Für manche Dinge brauchen wir Ausdauer im Gebet: „Jesus sagte ihnen durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten ...“ (Lukas 18,1)
  • Wir können zu jeder Zeit und an jedem Ort beten.
  • Wir beten im Namen von Jesus (Johannes 14,13)
  • Er bevollmächtigt dich, in seinem Auftrag zu handeln. Bete so, wie auch Jesus beten würde. Dann betest du „seinen Willen“ und er wird auch handeln! Wichtig: „im Namen von Jesus“ ist keine Zauberformel, die man einfach an ein Gebet anhängt und schon wird es immer vollmächtiger.
  • Gott hat uns durch Jesus Christus Autorität gegeben, die wir im Gebet einsetzen können. Das bedeutet, dass wir Dinge bekennen können (indem wir z.B. Segen aussprechen, uns von Sünde lossagen oder ein ungesundes geistliches Erbe ausschlagen). Außerdem können wir Krankheiten oder Dämonen befehlen, zu verschwinden (Lukas 9,1-2).

Anwendung

Welche der sechs Inhalte des Gebets (Lobpreis, Danken, Klage, Sündenbekenntnis, Bitte, Fürbitte) möchtest du mehr in deine Beziehung mit Gott einbauen?

Welche Fragen möchtest du gerne Gott stellen? Wann und wo ist dafür eine gute Gelegenheit?

 

Meine Ziele

Stift